Autor Thema: Der Wanderer [in Arbeit]  (Gelesen 613 mal)

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Offline Ryoki

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Der Wanderer [in Arbeit]
« am: Februar 01, 2010, 10:43:57 Nachmittag »
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Beschreibung:
Der Anfang ist sehr dicht an einen bekannten Anime angelehnt. Jedoch wird sich die Story später anders entwickeln.

Es geht um einen legendären Schwertkämpfer, der während der Revolution in Kyoto auf der Seite der Patrioten stand und ihnen den Sieg brachte. Um für seine Sünden zu büßen trägt er nun ein stumpfes Schwert mit dem er keinen Menschen mehr töten kann und hat sich dem Schutz der Schwachen verschrieben. Doch die Vergangenheit eines Menschenschlächters läst sich nicht so einfach ablegen....


Der Wanderer
Kapitel 1

So weit das Auge reichte, erstreckte sich eine flache Ebene bis zum klaren Horizont. Ein paar junge Vögel, die ihr Nest in den vereinzelten Bäumen am Wegrand hatten, störten sich nicht an seiner Gegenwart und hießen fröhlich ihre Mutter willkommen, die mit einem zappelnden Wurm im Schnabel heran geflogen kam.
Sanft strich der Wind über die Ebene und erzeugte friedlich raschelnde Wellen im fußhohen Gras. Seine roten Haare, die er locker zu einem Zopf zusammen gebunden hatte, reichten ihm bis zu seinen Schulterblättern und wiegten sich sachte im ruhigen Rhythmus des Winds. Seine schmutzige Kleidung, bestehend aus einer traditionellen grauen Baumwolljacke und einem schwarzen Hosenrock, wippten ebenfalls mit dem ruhigen Wind mit, während seine kristallklaren blauen Augen zum weiten, wolkenfreien Himmel aufschauten.
Ein tiefes Seufzen entglitt ihm und er schloss befreit die Augen. Es war einer dieser seltenen Moment, in denen er seine Vergangenheit vergaß und einfach ein bescheidener Wanderer sein konnte.
Allerdings erlaubte er sich nicht allzu lange in seinem gedankenlosen Zustand zu verweilen. Er wollte das nächste Dorf noch bevor Einbruch der Nacht erreichen. Das beständige Klacken seiner hölzernen Sandalen ertönte dumpf und leise mit jedem seiner ruhigen Schritte auf dem erdigen Boden.
So wanderte er weiter, so wie er schon seit zehn Jahren die Weiten Japans durchwanderte. Die Sonne folgte ihrem gewohnten Pfad und tauschte gewissenhaft ihren Platz mit dem hellen Sichelmond.
Mittlerweile hatte der Wanderer die offene Ebene hinter sich gelassen und stand nun auf einer kleinen Anhöhe, von der er gerade so die dunklen Umrisse des Dorfes erkennen konnte. Mit einem müden Lächeln auf seinem Gesicht stieg er herab und folgte der befestigten Hauptstraße ins Innere des Dorfs.

Es war spät und die Sterne hatten bereits begonnen in ihrem mystischen Glanz zu funkeln, weshalb es ihn nicht wunderte, dass alle Türe der Häuser verschlossen und alle Lichter gelöscht waren. Doch als er an die Tür eines Gasthofs klopfte, ertönte ein erschrockener Frauenschrei, gefolgt von dem derben Fluchen eines Mannes. Die Tür glitt auf und der überraschte Wanderer sah sich einem verängstigten Mann, der zitternd einen hölzernen Knüppel in seinen Händen hielt, gegenüber.
„Ich werde dir meinen Besitz nicht kampflos überlassen Gyakusatsu!“ schrie er und stürmte mit dem Mut der Verzweiflung auf den Fremden los. Mit einer kleinen, aber schnellen Seitwärtsbewegung wich der Wanderer seinem Angreifer aus und schlug ihm mit sanfter Gewalt den Knüppel aus den Händen.
Dieser verlor das Gleichgewicht und landete winselnd im Dreck. „B-Bitte verschone meine Familie, bediene dich, aber bitte lass uns leben.“ flehte er und kroch zu den Füßen des Wanderers. Dieser jedoch lächelte nur schwach, hob entschuldigend die Hände und erklärte schnell: „Ich war eigentlich nur auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht. Ich bin ein Wanderer und kein Bandit.“ Die Todesangst wich aus dem fahlen Gesicht des Mannes und er rappelte sich wieder auf.
Er packte den Wanderer am Arm, zerrte ihn in Richtung der Tür und flüsterte panisch und gepresst leise: „Dann schnell! Es ist gefährlich zu lange draußen zu sein. Der Gyakusatsu ist bestimmt wieder da, um...!“ Doch der Wanderer hörte ihm nicht mehr zu.
Er versuchte das panische Gebrabbel des Mannes auszublenden und spitzte seine Ohren für die, ihm sehr vertrauten Geräusche. Und tatsächlich schallten durch eine kleine, dunkle Gasse Kampfgeräusche. Geschickt riss er sich von dem geschockten Mann los und verschwand mit schnellen Schritten in der Dunkelheit der Straßen. Schweigend folgte er den Geräuschen durch mehrere verwinkelte Gassen und kam dann auf einem kleinen Platz aus.
In der Mitte standen sich eine junge Frau und ein vermummter, breitschultriger Räuber gegenüber. Die Schultern der Frau hoben und senkten sich schnell und unregelmäßig. Sie war am Ende ihrer Kräfte und dennoch hielt sie ihr hölzernes Schwert fest mit beiden Händen und nahm ihre Kampfhaltung ein. „So so, also hat das kleine Mädchen immer noch nicht genug? Mir soll es recht sein, dann habe ich mehr Spaß daran dich langsam umzubringen. Ich werde dir zeigen, was der Name Gyakusatsu bedeutet!“ Schrie der riesige Räuber wütend, rannte auf die Frau zu und schwang sein Schwert in großem Bogen.
Sie tauchte geschickt unter dem Schlag, der sie ohne weiteres geköpft hätte, hinweg und schlug mit einem schnellen seitlichen Schlag auf seinen Oberschenkel ein. Der Schlag traf sauber, doch es ertönte nur das Klatschen von Holz auf Haut. Die Augen des Wanderers verengten sich, seine Hand wanderte zu seinem Schwert, das er an der Hüfte trug und rannte so schnell er konnte auf den vermummten Mann zu, der der Frau gerade einen brutalen Ellbogenschlag auf den Rücken verpasste. Sie brauch mit einem lauten Stöhnen zusammen und wurde dann von ihm an der Kehle gepackt. Mit einem bösartigen Lachen legte er sein Schwert an ihren Hals: „Du solltest dich geehrt fühlen von dem legendären Gyakusatsu geschlachtet zu werden!“ Er holte zum tödlichen Stoß aus, doch da bemerkte er den Wanderer. Jedoch viel zu spät.
Die letzten paar Schritte zu dem Riesen überbrückte er mit einem beherzten Sprung. Seine Klinge reflektierte das Mondlicht, als sie hervor schnellte und den Arm des Mörders traf bevor dieser auch nur reagieren konnte. Mit einem schmerzerfülltem Heulen lies er die Frau unsanft auf den Boden fallen, riss sein Schwert unbedacht gegen seinen neuen Gegner hoch in die Luft und führte einen senkrechten Hieb aus, um ihn zu spalten. Doch der Rotschopf hatte es vorhergesehen und noch bevor der Riese seine Waffe zur Gänze in die Luft gehoben hatte trafen ihn 3 Hiebe von der stumpfen Klinge des Wanderers im Magen.
Mit einem lauten Ächzen und einem Ausdruck der Überraschung in seinen braunen Augen fiel er vorne über und wälzte sich vor Schmerzen hin und her. Schweigend wandte sich der Wanderer von ihm ab und kniete sich vor der jungen Frau hin, die zwar noch lag, aber ihren Oberkörper mit einem Arm abgestützt hatte und dem Kampf mit großen Augen verfolgt hatte. „Alles in Ordnung mit Ihnen?“ fragte er mit ruhiger Stimme und musterte sie interessiert. Sie nickte schüchtern und wollte gerade etwas erwidern, als sie hinter ihrem Retter eine Bewegung wahrnahm. Sie wollte den Wanderer warnen, aber ihr Blick hatte ihm schon längst alles gesagt.
Er wirbelte auf dem sandigen Boden mit einem einzigen Schritt herum, zog währenddessen sein Schwert und schlug ohne Zögern zu. Ein lautes Knacken gefolgt von dem Klirren eines Schwertes und einem durch Schmerz völlig verzerrten Schrei begleiteten den Bruch des Handgelenks seines Gegners. „Mit dieser Hand wirst du nie wieder in der Lage sein ein Schwert zu halten. Also geh und fange ein neues Leben abseits von dem Pfad des Todes an.“ flüsterte der Wanderer bedrohlich und die vermummte Gestalt verschwand mit purem Hass in den Augen in der Dunkelheit der Gassen.

Kapitel 2
Mizuki

Der Wanderer horchte aufmerksam auf die sich langsam entfernenden Schritte des Attentäters und drehte sich dann mit einem beruhigenden Lächeln zu der Frau um. Sie lag immer noch am Boden und starrte ihren Retter mit herunter aufgeklapptem Kinn ungläubig an. Er kniete sich erneut vor ihr hin und fragte besorgt: „Geht es ihnen wirklich gut?“ Seine sanfte Stimme riss sie aus ihrer Trance. Sogleich röteten sich ihre Wangen und verliehen ihrem blassen Gesicht einen Hauch von Farbe. „J-ja.. Ja ich lebe noch... Glaube ich.“ stotterte sie und konnte ihre rehbraunen Augen nicht von ihm abwenden. „Können Sie stehen? Oder soll ich Ihnen helfen?“ Langsam gewann sie ihre Fassung zurück und erwiderte trotzig: „Danke für das Angebot, aber ich lehne ab. Ich bin die Leiterin des Kei-Do Stils, es wäre eine Schande für mich!“ Zitternd versuchte sie sich mit Hilfe ihres hölzernen Schwertes, das sie als Stütze benutzte, aufzustehen, aber ihre Beine waren wacklig und es hätte ihn gewundert, wenn sie es geschafft hätte den Platz zu verlassen. „Ihr Gegner war Ihnen körperlich überlegen und der Schlag muss sie verheerend getroffen haben, wenn sie nicht einmal mehr laufen können...“ Eine kurze Stille trat ein, die dann sofort wieder von ihm gebrochen wurde. „Oder aber sie wurden schon verletzt bevor ich einschreiten konnte.“ sinnierte er und behielt sie dabei in seinen durchdringenden blauen Augen. Verbissen tadelte ihn die Frau nur mit einem entschlossenen Blick und schleppte sich wenige Schritte vorwärts. Doch plötzlich fing sie an zu wanken und drohte das Gleichgewicht zu verlieren. Blitzschnell bewegte sich der Wanderer zu ihr hin und bevor die Frau ihren Mund aufmachen konnte, fand sie sich in den Armen ihres Retters wieder. „Sie sollten sich wirklich von mir helfen lassen.“ murmelte er freundlich und lächelte sie gutmütig an. Ihr Trotz wurde von ihrer Verlegenheit und den Anstrengungen des Kampfes übertrumpft und sie nickte verunsichert. „Wo befindet sich ihr Dojo Miss? Oder soll ich sie woanders hinbringen?“ fragte er höflich. Sie schüttelte nur schwach den Kopf und erklärte ihm dann flüsternd den Weg, während er mit raschen Schritten ihren Anweisungen befolgte.
Ihr Weg führte sie mitten in das Labyrinth der Gassen hinein, doch die Frau behielt ihren Orientierungssinn und lotste den Wanderer immer weiter in Dunkelheit hinein. Plötzlich sprang aus einer Seitenstraße ein wolfähnlicher Straßenköter hervor. Er war nicht sonderlich groß, sein braunes Fell fiel ihm büschelweise aus und in seinen großen Augen glühte seine Angriffslust. Wild fletschte er seine gelben, nach Fäulnis stinkenden Zähne und ließ ein bedrohliches Knurren erklingen. Die Frau zuckte in den Armen des Wanderers erschrocken zusammen und klammerte sich unbewusst stärker an seinen Hals. Ruhig lief dieser unbeirrt weiter und warf dem Hund nur einen stechenden Blick in seine Augen zu. Ein leises Winseln war zu hören, als er ängstlich den Schwanz unter seinen Bauch klemmte und auf allen Vieren rückwärts in die Dunkelheit verschwand. „Es ist alles in Ordnung Miss.“ flüsterte er beschwichtigend und fragte nach dem restlichen Weg. Sie brauchte einen Moment um sich wieder zu orientieren und gab dann erneut Anweisungen.
Nach wenigen Minuten bogen sie von einer kleinen Nebenstraße auf eine mit Kies ausgelegte breite Straße. Die hölzernen Sandalen knirschten mit jedem Schritt auf den kleinen Steinen und nach 3 Schritten erschien plötzlich aus den Schatten ein großes Holztor in der Mauer auf der Linken Seite. In Augenhöhe prangte ein kunstvoll geschriebener Schriftzug, der besagte: „Werfe deine Mordlust von dir und tritt ein.“ „Hier ist es.“ meinte die Frau mit zittriger Stimme. Die Augen des Wanderers blieben kurz an dem Schriftzug hängen, eher er sich mit einer Schulter gegen das Tor stemmte und es behutsam auf drückte. Es quietschte kaum hörbar als es langsam zur Seite glitt und die Sicht auf den großen Innenhof freigab. Er trat ein und ließ seinen prüfenden Blick schweifen. Er entdeckte links von sich einen wunderschönen Garten, der, obwohl sich die Blüten zur Nacht geschlossen hatten, in verschiedenen Farben zu leuchten schien. Die Bete waren allesamt um einen geschmackvoll verzierten Brunnen angelegt, an dessen Rändern 4 verschiedene aus Stein gemeißelte Drachenfiguren befestigt waren. Er konnte nicht viel mehr in der Dunkelheit erkennen, aber glaubte die Zeichen für die 4 Himmelsrichtungen zu erkennen. Rechts von sich sah er zuerst mehrere volle Wäscheleinen, die nicht nur die Wäsche einer erwachsenen Frau trugen sondern auch die von mindestens 2 kleinen Kindern. Anhand der Größe der Kleider schätzte er sie auf höchstens 6 oder 7 Jahre. Ein schwacher Windstoß brachte Bewegung in die Wäsche und er konnte durch eine sich auftuende Lücke zwei kleine Schuppen weiter hinten am Ende des Grundstücks erkennen.
Vor ihm führte ein edler Holzpfad zu einem eindrucksvollen Haus. Im Vergleich zu den Behausungen, die er auf seinen Reisen bezog, war es schon fast ein Palast. Es war, so wie das gesamte Grundstück, überdurchschnittlich groß und das schwere Dach war aufwendig mit verschiedenen Metallen, die das Licht des Mondes und der Sterne auffingen und mit einem schlichten undefinierbaren Schimmer wieder abgaben, verziert.
Seine Sandalen klackten auf dem Pfad, als er die Frau schweigend zu der beeindruckenden Behausung brachte. Vor der Tür wurde er von der Bitte der Frau gestoppt: „Bitte lass mich runter. Ich kann schon wieder stehen.“ Er meinte einen Hauch von Angst in ihrer Stimme zu vernehmen, folgte ihrem Wunsch aber mit wachsamen Augen. „Aber überanstrengen Sie sich nicht! Lassen Sie sich so schnell wie möglich von einem Doktor untersuchen.“ riet er ihr freundlich, während er sie vorsichtig auf den Boden herab gleiten lies. Als sie wieder auf eigenen Beinen stand, biss sie sich wegen dem Schmerz in die Unterlippe, stand aber sicher, ohne zu wanken. Eine Hand legte sie an die Tür, zögerte aber als sie merkte, dass sich der Wanderer umgedreht und schon 2 klackende Schritte zurück zum Tor gemacht hatte. „Warte! Du hast mich gerettet und ich weiß noch nicht einmal deinen Namen.“ Er schaute lächelnd über seine Schulter zurück. „Akahoshi. Akahoshi Kenjiro.“ Sie holte tief Luft und sagte mit erzwungen ruhiger Stimme: „Kenjiro ich..“ Doch der Rest wurde durch ihren überraschten Schrei unterbrochen, als die Tür, gegen die sie sich gelehnt hatte, von innen aufgeschoben wurde und sie ungeschickt das Gleichgewicht verlor. Sie fiel vor die Füße eines älteren Mannes mit einem freundlichen Gesicht, dessen Züge geprägt von einem langen Leben waren. „Mizuki!“ stieß er besorgt und gleichzeitig überrascht aus. Während er sich zu ihr runter beugte, funkelte den Wanderer, der mindestens genauso überrascht war wie er selbst, böse an. „Sie wurde angegriffen ehrenwerter Herr. Ich habe den Angreifer in die Flucht geschlagen, konnte aber nicht verhindern, dass sie einen schweren Schlag auf den Rücken erleiden musste und habe sie dann hier her gebracht.“ rechtfertigte er sich und verbeugte sich tief. „Keine Angst, er spricht die Wahrheit. Es war der Gyakusatsu.“ bestätigte Mizuki mit dünner Stimme und versuchte eigenständig aufzustehen, scheiterte aber an ihren zitternden Knien und stieß ein erschöpftes Stöhnen aus. Die Augen des Wanderers verengte sich und er ging wenige Schritte auf die beiden zu. Eine böse Vorahnung, das er doch recht gehabt haben könnte beschlich ihn. Der Alte half ihr währenddessen hoch, stellte sich dabei aber reichlich ungeschickt an und sie fiel wieder zurück auf den Boden. Dabei lockerte und verrutschte ihre weiße Baumwolljacke und enthüllte ebenfalls weiße Verbände, die ihren kompletten Oberkörper bis zu den Armen umwickelten. Nur unterhalb ihrer Brust wurde das jungfräuliche Weiß von einem breiten Schnitt, um den sich der Stoff in einem satten Rot gefärbt hatte, unterbrochen. Der alte Mann starrte auf die Stelle, griff ihr unter die Arme und schrie dem Wanderer, der ihm schon entgegen geeilt kam, zu: „Hilf mir sie rein zu tragen. Die Wunde blutet stark und muss sofort versorgt werden.“ Er griff ihr unter den anderen Arm und gemeinsam trugen sie Mizuki in das Haus. Er spürte wie ihre Atmung nur noch unregelmäßig und stoßweise kam. Sie legten sie vorsichtig auf den Boden, der Alte drückte Kenjiro einen Eimer in die Hand, befahl ihm Wasser aus dem Brunnen im Garten zu holen und rüselte selbst zu einer großen Tasche, die in einer Ecke des Raums stand. Der Wanderer eilte in den Garten und sorgte sich um die Tiefe des Brunnens. Er kurbelte so schnell er konnte, doch trotzdem hatte er ein ungutes Gefühl in der Magengegend. „Ich hätte schneller sein müssen.“ fluchte er in Gedanken und schob es auf seine Schuldgefühle. Als er jedoch mit dem vollen Eimer zurück zum Haus sprintete, entdeckte er eine schwarze Gestalt auf der Mauer des Grundstücks. Sie bemerkte, dass sie entdeckt worden war und verschwand im nächsten Augenblick zusammen mit dem merkwürdigem Rumoren in seinem Magen in den Schatten. „Ich werde nachlässig... Ich wurde also beobachtet. Aber warum?“ fragte sich Kenjiro, beschloss aber dann den Vorfall vorerst zu vergessen. „Es gibt jetzt im Moment wichtigeres.“ mahnte er sich selber und rannte zurück zu dem alten Mann. Er hatte schon die restlichen Verbände aufgeschnitten und begutachtete die Wunde mit geschulten Augen. „Der Schnitt ist tief, aber nicht lebensbedrohlich. Trotzdem werde ich deine Hilfe brauchen.“ erklärte der Alter, während sich der Wanderer nickend neben ihn kniete.
Während Kenjiro ihm assistierte und gewissenhaft seine Anweisungen befolgte, schafften sie es die Blutung zu stillen und den Schnitt mit mehreren Stichen von der ruhigen Hand des Alten zu schließen. Verträumt ruhte der Blick des Mannes auf Mizuki, deren Atmung zwar nur schwach, dafür aber regelmäßig war und wanderte dann mit einem dankbaren Ausdruck zu dem Wanderer. „Wir stehen in deiner Schuld. Wärst du nicht gewesen, hätte sie den Kampf garantiert nicht überlebt und diese Schule wäre dem Untergang geweiht gewesen. Als kleine Geste des Dankes, bitte ich dich solange bei uns zu verweilen, wie es dir beliebt.“ bedankte er sich und berührte bei seiner ehrfürchtigen Verbeugung den hölzernen Fußboden mit seiner faltigen Stirn. „Dank ist nicht nötig, ehrenwerter Herr. Jedoch würde ich euer Angebot liebend gerne annehmen.“
« Letzte Änderung: März 23, 2010, 07:22:24 Nachmittag von Ryoki »
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