Autor Thema: Das Volk der Amisa  (Gelesen 253 mal)

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Offline LordLei´Cill

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Das Volk der Amisa
« am: Dezember 17, 2010, 09:47:36 Nachmittag »
Also das ist ein kurzer Einstieg. Ich hatte die Idee durch ein Spiel in denen es das Volk der Asura gibt. Kleine Wesen, die Ähnlichkeit mit auf zwei Beinen stehenden Ratten hatten, jedoch sind die Ohren lang und liegen steif zur Seite und sie besitzen eine platte Schnauze.
Ich habe hier mein Volk Amisa genannt. Das Aussehen von ihnen wird nicht abweichen. (wenn ich Zeit habe werde ich einiges dazu zeichenen)
Es ist hier ein kleiner Versuch eine reihe von Kurzgeschichten aneinander zu Reihen, die das Leben der Amisa beschreiben. Ich hoffe euch gefällt der Einstieg xD na ja. Viel Spaß beim lesen und danke fürs kommentieren und verbessern :D
http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/das-volk-der-amisa-447/







Vereinzelte kleine Flammen erhellten den Gang. Die Marmorwände waren derart blank poliert, dass man sich selbst darin sehen konnte. Massive Säulen hielten die Decke vom Boden fern. Diesen bedeckte ein einem unendlich erscheinender roter Teppich. Die Kerzen flackerten. Ein kurzer Luftzug streifte den langen und breiten Gang. Die Flammen spielten Schattenspiele an den Marmorwänden und zauberten die faszinierendsten Wesen auf die Wand. Jedoch erkannte man diese Wesen nur, wenn man verstand, was die vielen winzigen Flammen einem zuflüsterten und was sie dachten wenn der Luftzug durch den Gang kam und die Flammen schwiegen. Sie kicherten leise, während einige andere mit der Zunge schnalzten. Wenn man die Hand über ihre spitzen Köpfe hielt, machten sie eine kurze Verbeugung, warnten aber durch ihre Hitze, dass man sie ja nicht anfassen sollte.
So freundlich und ruhig die Atmosphäre in einem der Gänge war, so gewaltsam war auch die Finsternis über ihr. Das Licht der Kerzenflammen reichte nicht bis ganz nach oben an die Decke. Nur schwach erkannte man einige Balken, die waagerecht verliefen. Selbst die massiven und starken Säulen im Gang wurden von der Finsternis an der Decke verschlungen.
Niemand ahnte was geschehen würde. Niemand wollte es glauben, dass der Prunk dieser Gänge leiden würde und nur noch vereinzelte Kerzenflammen aus Neugier blieben und weiter brannten.
Es reichten 30 Jahre. 30 Jahre eines wütenden Herrschers, der das Land über den Gängen vernichtete und es verrotten ließ. Die Menschen hat er getötet oder sie als Sklaven mitgenommen in sein Reich weit weg von diesem hier. Aber wie das Schicksal so wollte, überlebten mehrere 100 Menschen. Sie flohen von ihren oberirdischen Dörfern hinunter in die fast schon majestätischen Gänge unter der Erde. Sie nahmen mit was sie tragen konnten. Voller Panik und Angst lebten sie hier unten bei den Flammen, die leise über sie redeten, so dass die Menschen es nicht mitbekamen.
Diese Menschen lebten nicht einmal mehr, sie existierten nur noch. Da wäre es fast schon egal, ob der Schwarze König sie mitgenommen hätte oder nicht.
Vielleicht waren es 300, vielleicht auch 500 von ihnen, die sich jedes Mal zusammenkauerten, wenn sie dachten da oben ginge die Sonne unter. Ein Haufen von zitternden Alten und Jungen. Alle achteten darauf die herrschende Stille zu wahren. Keiner hätte von ihnen die Stimme erhoben außer zum Schreien.
Doch die Menschen hielten nur wenige Tage hier aus. Schon bald müssten sie hinauf an die Oberfläche, wo die Sonne ihnen die Augen verbrennen würde. Die kleinen Flammen hatten ein viel schwächeres Licht, als der glühende Feuerball in der Welt da oben. Immer wieder schickten sie mutige Männer und manchmal auch Frauen hinauf, um etwas zu essen zu holen. Wie hungrige und wildgewordene Tiere liefen sie über die schwarze Erde, auf der Suche nach etwas Essbarem. Sobald etwas gefunden worden war, kehrte man mit diesem zurück. Man trug es gemeinsam hinunter und verteilte es an die Kinder, Frauen und Alten. Die Männer bekam als letzte etwas.
In den 30 Jahren Leben unter der Erde wurden einige Kinder geboren, doch sie erblickten nie das Licht der Welt. Alles was sie sahen waren die Schattenspiele der Kerzen, die Spaß daran hatten mit den Kindern zu reden. Die Kerzen dachten die Kinder verstanden sie.

Das Geschrei eines Neugeborenen erhob sich im stickigen Gang. Leises Murmeln ging durch einige Gruppen, dann verstummte es wieder. Gleich darauf fing wieder jemand an zu reden. Langsam trauten sich die Menschen, die Stimme zu erheben. Die Kerzen flüsterten ihnen immer wieder zu, sie sollten nicht zu töricht sein und neue Hoffnung des Überlebens schöpfen. Doch die Menschen verstanden sie nicht. Selbst die Kinder, die in diesen Gängen geboren worden sind, hörten nicht zu.

Diese Menschen hätten nie gedacht, dass wir sie beobachten würden. Doch wir taten es. 29 Jahre lang saßen wir oben auf den waagerechten Balken und sahen die bemitleidenswerten Flüchtlinge an. Wir wussten, dass sie verloren waren. Weil wir das wussten, beschmutzten wir unsere Pfoten nicht mit dem dreckigen Blut dieser Wesen. Wir wollten alle darauf warten, dass die Monster des Schwarzen Königs in die Gänge unter der Erde kamen und die Menschen allesamt verschleppen würden. Wir hätten nichts dagegen, wenn wir am Ende die Monster beseitigen müssten.
Leise scharrte einer von uns am Holz und knirschte mit den Zähnen, sträubte das Fell. Doch er zügelte sich. Leise hüpften wir über die Rücken von anderen und hingen auch mal hinunter, damit uns bloß nicht langweilig wurde die Menschen zu beobachten.
40 Jahre ging es so weiter. Wir hielten die unerwünschten Gäste aus, doch wir waren enttäuscht von dem was in den folgenden Jahren geschah. Denn es geschah gar nichts. Nichts, dass unsere Gier nach Menschenblut befriedigen würde. Rein gar nichts was annähernd lustig aussah.
Die Menschen starben in den Gängen. Kein Wunder, doch es war langsam Schluss mit ihnen. Es gab zwar ein Ende der Flüchtlinge, jedoch keins das uns ausreichend befriedigt hatte.
Als die letzten Menschen Arm in Arm starben, verließen wir den Gang und gesellten uns zu unseren eigenen Brüdern und Schwestern.
Trauer und Schmerz überfiel das obere Reich. Es zerfiel, und der Schwarze König genoss die klagenden und verzweifelten Schreie der Sterbenden. Millionen, abertausend von Seelen folgten ihm und es sah so aus, als würde  er einen Schweif aus Seelen tragen.
Die verbliebenen Kerzenflammen in den Gängen, die leise mit der Zunge schnalzten, erweiterten ihr Schattenspiel auf die übel riechenden Kadaver auf dem roten Teppich. Die Flammen kicherten und hatten Spaß daran gefunden. Leise flüsterten sie uns die Geschichten zu, die sie bei den Menschen gehört hatten. Wir verstanden die Sprache der Menschen nicht, deswegen dienten die kleinen Flammen uns als Übersetzer. Sie erzählten uns alles und wir saßen aufgeregt im Kreise, um zwei Flämmchen die lustig flackerten und sich verbeugten. Wir klatschten, wenn sie eine der Geschichten beendeten. Das Wort ´interessant´ fiel nicht selten in unseren kleinen Kreisen.  Doch wir vermieden jegliche Preisung der oberen Welt und wenn es jemand tat, so hätten wir ihn mit einigen wenigen von unserem Volk zerfleischt.
Wir sind die Amisa und das ist eine unserer vielen Geschichten.
~die trügerische Anmut der Finsternis oder die scheinende Schwäche des Lichtes...Wähle deine Waffe weise...~

Offline Ryoki

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Re: Das Volk der Amisa
« Antwort #1 am: Dezember 18, 2010, 04:30:22 Nachmittag »
Anmerkung:
Von "Sonstiges" nach "Fantasy" verschoben. Links im Dis. Thread habe ich bereits geändert.
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