Autor Thema: Mein Engel  (Gelesen 384 mal)

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Offline LordLei´Cill

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Mein Engel
« am: Juni 06, 2010, 11:17:11 Vormittag »
Beschreibung:

Die Liebe zwischen zwei Fronten einer Welt, die sich nicht vereinigen können, sondern nur nach dem Tod des anderen trachten. Was geschieht mit dieser Liebe? ...
So erzählt der Teufel wie er seine Geliebte verlor....

[Kurz es geht um Engel und Teufel und der Teufe hat sich verliebt in den Engel, leider gildet deren lieber nicht. Na ja, der Teufel findet irgendwann raus, dass es nicht nur die Unterwelt und die Zwischen, sowie wie die Oberwelt gibt. Es gab auch die Menschenwelt durch die er sich nun kämpft und um nicht aufzufallen, mit seiner Kluft, erzählt er den Menschen die Geschichte, die er immer wieder fort führt. Er hofft nicht auf jemanden der ihm sagt, wo dieser Engel ist, aber er redet auch nicht von sich in seiner Geschichte...]


Teil I Verloren
Teil II Gefunden
Teil III(in Arbeit) Wiedergesehen
Teil IV(in Arbeit) Zerstört


Diskussionsthread: http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/mein-engel-223/[/color]
« Letzte Änderung: Juni 06, 2010, 08:49:16 Nachmittag von LordLei´Cill »
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Offline LordLei´Cill

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Re: Mein Engel
« Antwort #1 am: Juni 06, 2010, 11:21:57 Vormittag »
Teil I Verloren

„Sie standen sich gegenüber. Ein starker Kontrast, nicht nur darin, dass ein Er und eine Sie da standen. Der Kontrast bestand darin was sie waren. Schwarz und Weiß, Gut und Böse, Licht und Dunkelheit. All das belebt ihren kleinen Planeten…

So standen die beiden, sich gegenüber. Sie sahen sich nicht an.

Er sah an ihrer rechten Schulter vorbei mit einem stieren Blick. Sie sah an seiner linken Schulter mit einem lieblich gespielten Blick vorbei. Ihre Blicke trafen sich schon seit Jahren nicht mehr. Verboten war es ihnen. Sie wussten warum. Er war Schlecht für sie, denn er war das Böse, würde sie nur ausnutzen um das Licht zum Fall zu bringen. Sie war schlecht für ihn, sie würde ihn nur verführen. Es war ihre Kunst als Engel und sie wolle nur das Licht über die Dunkelheit stellen.

Beide lassen ihre Flügel langsam hin und her schwanken in dem Wind. Beide sind sie auf einem Plateau über den grauen Wolken. Wie vorgeführt in einem Gericht stehen sie sich immer noch gegenüber und wagen es nicht die Regeln ihrer eigenen Seite zu brechen. Doch sie haben ein Problem. Ein allzu großes, als dass sie beide sich davon wegdrehen könnten. Ihre Hände zittern, ihre Blicke werden unruhig, sie ändern ihre Gefühle in den Augen.

Die Schultern des lieblichen Engels fingen an zu beben, der Engel senkte den Kopf und kniff die Augen zusammen. Die stolze Haltung verlor sich in Gefühlen des Zweifels und der Einsamkeit.

Sein Blick wich nicht von seinem Punkt hinter ihrer rechten Schulter, doch sein Blick war unruhig. Seine Hände waren zu Fäusten geballt, sein Rücken angespannt.

Der Engel schluchzt und trauert, er flucht wie sehr er nur konnte. Aber es half nichts. Die lieblichen Töne des weißen Engels verschwanden in der Finsternis vor ihr.

Sie fängt an zu bitten, er solle den Blick zu ihr wenden. Sie schreit und fängt an zu flehen, ihr Stand wirkt nicht mehr erhoben.

Sein Blick immer unruhiger, denn aus dem Augenwinkel sieht er wie sehr sie doch trauert um ihren Zusammenhalt. Doch auch denkt er an seine Regeln, er will seine Leute nicht enttäuschen, auch wenn diese so dumm und nichts wissend waren wie die Steine im Meer.

Sie lässt ihre Flügel sich entfalten und stellte sie auf, lässt sie monströs über sich wehen und schreit dem unsichtbaren Glas entgegen, sie wolle ihn endlich bei sich. Die Seite des Guten wird immer erschütternder und glaubt immer weniger daran, dass das eine gute Idee sein würde. Denn der Engel fleht nach dem Bösen, er will ihn in seinen Händen haben und über dessen verfluchten Mund streicheln.

Der Teufel kneift die Augen zusammen. Empörung in den Reihen des Bösen. Seine Hand zittert immer mehr, seine Schultern fangen an zu beben. Er weiß, sein ach so totes Herz fleht nach ihrer Liebe. Er will sie haben, sich bei ihr halten und durch ihre gottesgesegneten Flügel streichen. So fängt er an sie anzusehen. Er fängt an zuschreien, erhebt die Flügel und ruft nach ihr. Schreit sie solle zu ihm kommen. Er will sie halten und umfangen mit den Flügeln.

Und auch so sehr beide Seiten nach einander schreien, nach einander rufen und nacheinander flehen. So sind Teufel und Engel nie zusammen zu führen.

Sie leben Tag täglich und alle Jahre lang nur vor sich hin, fangen jeden Tag neu sich tonlos anzuschreien. Sie wissen von der Trauer des anderen, sie lesen es aus dessen Augen.

Sie wollen sich nahe sein.

Der Engel will die Kälte des Teufels spüren. Der Teufel will die Wärme des Engels spüren. 

In Tränen aufgelöst, spüren sie wie ihre täglichen Bitten und Anflehungen an einem unsichtbaren Glas abprallen. Der Engel schreit als das Gottesabbild neben ihm auftaucht, er schreit und will nicht gehen, als Gott mit sanften Berührungen den Engel mit sich nahm.

Der Teufel legte die Hände an das Glas und schreite. Niemand ist auf seiner Seite der ihn wegziehen würde, rein niemand wagt es die Macht des Teufels zu widersprechen, nur verachtet man sein Verhalten.“, der vermummte Mann blickte auf, so dass er unter seiner Kapuze, die sein Gesicht verdunkelte, die Menschen vor sich sehen konnte. Es hatte sich eine hörlustige Gruppe gebildet, sie standen im Halbkreis und waren immer noch stumm nach der kurzen Geschichte die der Fremde ihnen erzählt hatte.

Seine Augen blitzen auf, doch man sah keinen Glanz in der rubinroten Farbe.

Ein kleiner Junge ging vor den vermummten Mann und streckte ihm die Hand entgegen. „Ich weiß wo der Engel ist.“, meinte er lächelnd und strahlte dem vermummten Mann entgegen.

Der Kopf des Mannes hob sich und sein Blick fing Interesse. „…mein Engel…“, wisperte er, als wäre nun endlich für ihn eine lange Reise vorbei.
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Offline LordLei´Cill

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Re: Mein Engel
« Antwort #2 am: Juni 06, 2010, 11:23:10 Vormittag »
Teil II Gefunden

„ Sie sah den jungen Mann an und gab ein stilles Lächeln von sich. Ihre vollen Lippen bildeten zwei parallele, hintereinander liegende Sichelmonde. Ihr weißes Seidengewand floss wie Wasser über ihren Körper. So sinnlich ihre milchige Haut war und so sinnlich auch die Lippen waren, so faszinierte den jungen Krieger nur der Blick dieses Engels. Er wusste nicht was das für ein warmes Gefühl in seiner Brust war, welches sich immer weiter ausbreitete und seine Beine schwach werden ließ. Er fühlte sich bezwungen, sein Herz pochte und er stieß sein mächtiges Schwert in die Erde, um Halt zu finden.

Das Metall der Klinge fuhr durch die Erde und stieß auf einen Stein.

Die Frau lächelte immer noch und das wohlklingende Geräusch von fließendem Wasser und flüsterndem Wind, verfolgten ihre Bewegung. Sie streckte ihre langen Finger nach ihm und berührte sein Kinn. Der Krieger sah auf und sein Herz wurde nur noch schneller, die Augen dieser Frau verschlangen seinen Mut und seine Härte.

Das gleißende Licht um die beiden herum flackerte kurz und fiel dann wie das tobende Wasser eines Wasserfalls auf den Engel hinunter.

Der Krieger schloss die Augen nur um sie in wenigen Sekunden wieder auf das Gesicht des Engels zu richten. Seine blasse Haut schimmerte wie vereinzelte Funken, die sich vom Feuer in seiner Brust entfernt hatten. Nie hätte er es fassen können, den Engel zu sehen, den er so lange gesucht hatte.

Der Engel vor ihm lächelte und spannte die mächtigen Schwingen an seinem Rücken und erhob den Kopf, sobald er auch auf den Knien stand. Der Krieger schnappte nach Luft, seine Gedanken rasten aus den sovielen Käfigen, die er erbaut hatte, um kein Gefühl zu fassen.

Der Engel öffnete den Mund und der Krieger zittert, er will sich vor der Macht dieses Engels ergeben.

"Mein Teufel…",  sang die glockenartige Stimme des weißen Engels.

Der Krieger riss die Augen auf und griff nach der Hand des Engels. Sein eigenes Gesicht brannte, als wäre Glut auf dieses gelegt worden. Der Gedanke der aus seinen tiefsten und stärksten Fängen sich riss wurde immer stärker und der Krieger stieß einen erstickten Schrei aus.

Der Engel der seine raschelnden Flügel über den Krieger hielt, um ihn vor dem gleißenden Licht Gottes zu bewahren, lächelte nur und sang ihr Lied weiter.

Der Krieger krümmte sich, das Gefühl wurde stärker und auch das Brennen in dessen Brust…

Seine Erinnerungen, die er so lange von sich gehalten hatte, kamen wieder zurück. Nun erkannte er die Schönheit. Der Engel, dessen Gegenwart er meiden sollte…Der Engel, dessen Flügel er nicht fassen sollte und der Engel dessen Blicken er ausweichen sollte. Dieser Engel stand nun vor ihm, schöner als es sich der Krieger je vorstellen hätte können…“, der vermummte Mann schüttelte den Kopf.

Das Läuten der Kirchenglocken in der Kathedrale ließen ihn für einen kurzen Moment ausatmen, bevor er den Blick wieder auf die Statue erhob. Das Licht, welches durch ein Buntglasfenster über dem Altar, welcher wiederrum hinter der Statue stand, schien auf die Statue die eine Frau zeigte. Mit erhobenem Kinn und  anmutiger Haltung weilte nun die Frau, dessen fließendes Gewand an niederhängende Flügel erinnerte, mehr als Jahrhunderte in dieser zerstörten Kathedrale in der Menschenwelt.

Der vermummte Mann fuhr mit der Hand über die Statue und schüttelte abermals den Kopf. Das Gefühl, welches er nun in sich barg, war kein loderndes Feuer. Der stechende, kalte Schmerz von Frost belegte sein Herz und ließ ihn schwer atmen. Die Ketten, die an der Frau befestigt waren, waren Gotteszeichen.

„Als die Hand des Kriegers und das Metall seiner kalten Rüstung die warme Haut des Engels ergreift, so verwandelte sich das gleißende Licht in tobenden Wind. Der blaue Himmel wurde schwarz wie die Nacht…

Und so lange der Engel noch lächelte, bewegte er sich anmutiger denn je. Sie blickte in den Himmel und ihre Augen wurden traurig, ihre Flügel sanken und ihre Haut färbte sich grau…Die Ketten Gottes waren Zeichen…große Zeichen, die dem Krieger unbekannt waren. Bis zu dem Zeitpunkt, als der Krieger wieder seine Augen öffnete, erblickte er einen in Fessel gelegten wunderschönen Engel und gab ihr ein Versprechen, von dem er nicht sagen konnte, dass es wahr ist.“

Seufzend trat der Mann zurück und legte seine Hand in die Hand des Engels.

„Da hatte der Teufel seine Hand hingelegt, um das Verderben auf den Engel zu schieben…So hat er nicht gedacht, war wie sein Volk, welches kein Wort je klug gesprochen.“

Der Vermummte senkte den Blick, wandte sich ab und das einzige Geräusch, war der singende Wind, der ihn plötzlich umgab. Er sang ihm von wunderschönen Feldern und klaren Bächen, die er schon bereist hatte und auch denen sein Lied gesungen hatte. Doch dieses Lied machte den Mann traurig, er blickte zurück und zog die Kapuze tiefer ins Gesicht, um den traurigem Blick des Engels nicht mehr sehen zu müssen.

„Und so gab er ihr das Versprechen und legte seine Hand in die Hand des versteinerten Engels, der nun vor ihm war. Er fuhr mit sachten Bewegungen über ihre Lippen und wusste, dass es seine Schuld geworden war…“
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