Autor Thema: Der Wolkentänzer.  (Gelesen 116 mal)

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Der Wolkentänzer.
« am: Februar 28, 2011, 01:38:06 Nachmittag »
Zum zweiten^^
Ja, ich denke, diese Geschichte kann man schon als meinen Liebling bezeichnen. Sie bedeutet mir sehr viel. Trotzdem gibt es sicher viel zu kritisieren. Also auf gehts:
Inspiration: Die Menschen, denen soetwas passiert ist. Der Name ist mir an einem Samstag Morgen um 10.43 eingefallen (jaa, ich merke mir sowas :D
Link zum Diskussions Thread:
http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/der-wolkentanzer-514/


Ein Kindermund summt in der Nacht. Stumpfe Kinderaugen träumen in einer gar nicht so traumhaften Welt. Die Sterne sind nicht mehr zu sehen. Über das nicht-mehr-sein wollen. Und das trotzdem-sein.


.Der Wolkentänzer.



In dem dunklen Zimmer leuchtete nur sein Blut rot auf.
In der Stille war nur sein Summen zu hören.
Draußen, da war es hell. Das grelle Licht, das Leuchten des Fernsehers.
Es war laut, sein Vater fluchte betrunken. Seine Mutter weinte.

Doch das interessierte ihn nicht.
Er hatte sich wieder angezogen, er saß am Fenster und konnte keine Sterne sehen, weil die Wolken sie verdeckten. Und dort oben, auf ihnen, in ihnen, da war er. Er sah auf die Stadt, auf das Haus, in dem sein schmutziger Körper wohnte. Er hörte seinen Kindermund summen, sah seine stumpfen Augen träumen.
Und er beschloss weiter zu ziehen.

Auf den Wolken zu einer stillen Melodie sah er längst vergessene Schönheiten der Erde, des Lebens. Hörte lautes Lachen, das aus anderen Häusern in die Nacht zog. Roch die übrig gebliebenen Düfte des Glücks vom Tage, spürte Gute-Nacht-Küsse auf seiner Wange, Vollkommenheit in seinem Herzen, Teddy-Bären in seinen Armen.
Und auf den Dächern stand Liebe, geschrieben in Rot.
Nicht so rot wie sein Blut, nein. Rot wie die Liebe.

Er sah ruhige Flüsse, hohe Berge, weite Wiesen. Und dort unten, ganz verlassen, wie er es sonst immer war, eine weise, alte Weide.
Er schwebte zu ihr herunter, wurde zu Nebel.
Fühlte die Stärke, die die Ruhe; fühlte die Kraft in seinen Adern.
Fühlte sich bereit zurückzukehren.
Ließ sich von den Wolken tragen.

Über seinem Haus sah er seinen Körper zu seiner Mutter laufen, sie trösten.
Ihr seine Tränen auf ihrer Wange, aus ihren Augen wegwischen.
Trug ihre Last auf seinen Schultern. Und die seinige.
Sah sich umkippen, innerlich.
Sah sich zerfallen.

Und beschloss, nicht mehr in diesen schwachen, kleinen Kinderkörper zurückzukehren.
Nein, er war jetzt stark.
Er würde einfach warten, bis auch sein Körper aus dieser Welt ausbrechen konnte. Aus diesem Haus voller Gewalt, mit dem Dach, auf dem Blut stand, mit der Farbe seines Blutes, und Schwäche.

Dann würde er seinem Körper die Schönheiten des Lebens zeigen, mit ihm eine neue, schöne Welt entdecken, voller süßer Farben und Wunder. Er würde ihn mit auf diese Reise nehmen, würde ihm das Staunen lehren, das Lachen, das lieben und das Weinen.
Das vor Freude tanzen, vor Euphorie singen. Das sprühen vor Glück und Glücklichsein.
Würde ihm das Kämpfen für das Leben, statt um das Leben. Oder gegen das Leben.
Er würde ihm zeigen, was das Leben ist, und was es sein kann.

Ja. Er wartete, bis diese Zeit kam.

Und solange würde er einfach auf den Wolken tanzen.




Nr. 13- Abuse

 

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