Dies Geschichte ist im Deutschunterricht entstanden, basierend auf dem Bild Cape Cod Morning von Edward Hopper:
http://media.kunst-fuer-alle.de/img/18/m/18_ny-80044~cape-cod-morning.jpgKleine Anmerkung:In unserem Deutschbuch war das Kleid altrosafarbend (ich hab keine Ahnung wie man das schreibt
)
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Warten
Alles erinnert mich an den Vorfall von vor 5 Jahren: Ich saß mit dem kleinen, 11-jährigen Edward am Küchentisch. Wir aßen zu Mittag, natürlich ohne Frances. Er musste draußen jagen. Für unser Essen, unser Geld. Am Morgen hatte er gesagt, dass er mit seinem Kollegen einen Bär gesehen hätte und dass sie ihn verjagen müssten, bevor er Schaden anrichten könnte. "Aber das ist doch viel zu gefährlich, wenn ihr das alleine macht!", habe ich zurecht ängstlich gesagt. Frances hat mich nur angelächelt, mir einen Abschiedkuss gegeben und sein Jadgwerkzeug genommen. "Sein unbesorgt!", hat er zurückgerufen, als er schon im Wald verschwinden wollte. "Ich bring dir auch ein schönes, fettes Kaninchen mit. Versprochen!"
Sind Versprechen nicht zum Brechen da? Nein, für Frances nicht.Nach dem Essen haben Edward und ich die Küche aufgeräumt. Als wir fertig waren, hat er sein eigenes Jagdwerkzeug mit nach draußen genommen. Zum üben. Mit dem Jagdwerkzeug wurde der Kleine immer besser. Ich wusste, dass er eines Tagen, wie sein Vater, ein großartiger Jäger sein würde.
Ich stand am Fenster, in meinem altrosafarbenen Hauskleid und sah ihm zu, dem kleinen Edward. Schon nach kurzer Zeit schweifte mein Blick zum Waldrand, suchte nach Frances, der schon hätte zu Hause sein sollen. Er kam nicht.
Nach 3 Tagen, in denen ich mir Sorgen gemacht hatte, kam ein Mann zu uns. Ich erkannte Frances Kollegen. Mein Magen hatte sich verkrampft, als ich merke, dass sich die Vorahnung, die ich hatte, bestätigen wurde.
Frances war tot.
"Den Bär haben wir noch verjagen können", meinte der Kollege. "Doch Frances war verletzt. Als er dann noch ein Kaninchen erschießen wollte, hat er den Hirsch hinter sich nicht bemerkt und wurde von ihm getötet." Ich habe angefangen zu weinen. "Ich wollte ihn abhalten, schon wegen seinen Verletzungen, aber er ließ sich nicht abbringen." Da hatte ich noch mehr weinen müssen.
Seit diesem Tag mache ich mir Vorwürfe. Frances ist nur gestorben, weil er mir das Kaninchen versprochen hatte. Ich würde alle Kaninchen der Welt für Frances geben.
Das Einzige, was mir Freude macht ist Edward, mein nicht mehr kleiner Edward. Nur wegen ihm habe ich weiter leben wollen.
Heute Morgen hat er sich von mir verabschiedet. Er wollte jagen gehen.
"Mutter.", hat er gesagt. "Ich werde dir auch ein Kaninchen mitbringen." Fröhlich, wie immer, hat er mich angelächelt und ist gegangen.
Ich bin zum Fenster gelaufen und haben ihm nach gesehen. Den ganzen Tag stehe ich jetzt hier. Ich streiche mir eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht und glätte mein Hauskleid. Mein Magen verkrampft sich mir, als ich bemerke, dass es das Altrosafarbene ist.