Eigentlich ist diese Geschichte mehr ein Mix aus Fantasy und Science Fiction, aber damit die Kategorie hier mal ein wenig gefüllt wird, habe ich mich entschlossen es hier zu posten. Ist aber trotzdem eher Fantasy....
Ist noch nicht abgeschlossen, wird sie aber hoffentlich. Hab mir mit der Vorarbeit nen Haufen Arbeit gemacht. Wird auch noch einmal überarbeitet. Gestern Nacht hatte ich keine Lust mehr dazu. ^^
Die Geschichte handelt von zwei Geschwistern, die aufgrund eines wissenschaftlichen Projekts in eine Art Zwischendimension gerissen werden und dort um ihr Leben fürchten müssen. Werden sie herausfinden was es mit den Jägern auf sich hat, wer dafür verantwortlich ist und wie man es stoppen kann?
Der Diskussionsthread:
http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/flammende-nacht/1. Der rote Himmel
Der Himmel wurde in dunkelrotes Licht getaucht, ihre Familie erstarrte zu leblosen Staturen und ihr panisch pochendes Herz gefror zu einem schmerzenden Klumpen, als ein rasender Schrei die unnatürliche Stille durchbrach.
Geschockt wanderte ihr Blick von dem Fenster des Autos zurück zum Fahrersitz. „Papa?“ flüsterte sie mit zittriger Stimme, doch die grauen Umrisse vor ihr regten sich nicht. Unfähig die Situation zu verstehen wanderte ihr Blick zu dem Sitz neben ihr.
Ein panischer Schrei entglitt ihr, sie schlug sich die Hand vor den Mund und drückte sich reflexartig mit dem Rücken an die Autotür. Kalter Schweiß strömte ihr den Rücken herunter und tränkte ihr dünnes Top. Der Anblick war grässlich, doch sie konnte ihren Blick nicht von ihm abwenden. Sie war zu geschockt, um überhaupt einen Gedanken zu fassen. Denn seine Haut verlor in wenigen Sekunden ihre gesamte Farbe, verdickte sich und bildete eine Art graue Steinschicht. Mit einem ekelerregenden Knacken, das ihren Magen rebellieren ließ, bildeten sich über seinem ganzen Körper lange, fingerdicke Risse. Doch das bekam sie nur am Rande ihres Bewusstseins mit. Denn ihr Blick war von seinem Gesicht, oder dem was mal sein Gesicht gewesen war, gefesselt. Dort wo einst seine Augen waren, prangten jetzt zwei leblose Löcher von endloser Schwärze. Ihre Härchen richteten sich auf, ein kalter Schauer lief ihr den Rücken herunter. Sie war wie gelähmt. Die Schwärze fesselte sie, ließ all ihre Glieder erkalten und nahm ihr den letzten Rest Fassung. Erst als ein weiterer monströser Schrei gleichermaßen die Scheiben des Autos, als auch ihre Knochen zum erzittern brachte, ergriff ihre Angst die Kontrolle. Kopflos stürzte sie herum, löste mit hastigen Bewegungen den Sicherheitsgurt und schmiss sich panisch gegen die Tür. Erst nach einigen Moment fassten ihre zitternden Hände den Griff und die Tür sprang auf, wobei sie kopfüber auf die Straße fiel. So schnell sie konnte rappelte sie sich wieder auf und schaute sich mit hektischen Blicken um.
Sie befand sich mitten auf einer Straße umgeben von mehreren Häusern und Geschäften, die alle durch das flammend rote Licht des Himmels in einem bedrohlichen Schein leuchteten. An den Scheiben und Spiegeln der anderen Autos, die alle irgendwie auf der Stelle fest gefroren zu sein schienen, wurde jenes Licht reflektiert und in Form von gespenstischen roten Mustern auf das dunkle Teer der Straße geworfen.
Zögerlich, mit kleinen Schritten, rasendem Herz und hektischem Atem näherte sie sich einem anderen Auto. Langsam reckte sie ihren Kopf und schaute durch die Frontscheibe.
Und wieder entglitt ihr ein erschrockener Schrei. Die gleichen leblosen Augen, die auch ihr Bruder hatte, starrten sie an, wollten sie verzehren. Hilflos umschlang sie sich mit ihren Armen und fiel resignierend auf ihre Knie. Tränen strömten an ihren Wangen herab und befeuchteten die schwarze Straße. Ihre Schultern bebten, ein Schluchzen entglitt ihr, doch plötzlich hörte sie etwas. Sie suchte mit panischen Blicken ihre Umgebung ab. „Ist da jemand?“ Sie versuchte zu schreien, aber mehr als ein Flüstern wollte ihre zugeschnürte Kehle nicht verlassen. Und da war es wieder. Sie war sich sicher, dass es Schritte waren. Und sie waren nahe. Verzweifelt rappelte sie sich wieder auf, auch wenn ihre Beine aus Gummi gemacht zu sein schienen. Sie wollte nur noch weg. Panisch ging sie rückwärts, versuchte immer weiter von den Autos, wo sie die Schritte gehört hatte wegzukommen und ihre Umgebung nicht aus den Augen zu lassen.
Sie versuchte sich zu konzentrieren, zu denken, aber es verlangte ihr schon alles ab das Rauschen des Blutes in ihren Ohren zu ignorieren. Trotz ihrer wackligen Schritte erreichte sie das Auto ihrer Familie. Sie schob sie wachsam mit dem Rücken an der Karosserie entlang und wollte sich gerade umdrehen, um in die entgegensetzte Richtung wegzurennen, als sie hinter einem Autor vor ihr eine Bewegung ausgemacht hatte. Auf der Stelle verweigerten ihre Beine ihr den Dienst, ihre Augen weiteten sich vor Angst und ihr ganzer Körper fing an zu zittern.
Und dann erhob sich mit grausamer Trägheit ein Schatten hinter dem Auto. Sie konnte keine klaren Konturen erkennen, da das rote Licht wie wild auf seiner schwarzen Haut tanzte. Die Silhouette hätte von der Größe her, die eines Menschen sein können, doch alles in ihr, jede einzelne Faser ihres zitternden Körpers sagte ihr das genaue Gegenteil. „M-monster...“ stotterte sie verzweifelt, während sie begriff, dass sie sterben wird. Die Gewissheit, das der Tod vor ihr stand und sich langsam in ihre Richtung umdrehte, verlieh ihr neue Kräfte, mit denen sie sich aus ihrer Paralyse befreien konnte. Erst langsam, dann immer schneller schob sie sich mit dem Rücken am Auto entlang. Sie ließ den Schatten nicht aus den Augen und hatte schon das Ende des Autos erreicht. Sie machte einen weiteren Schritt rückwärts, doch irgendetwas versperrte ihr den Weg. Ihre Augen weiteten sich vor Schreck. „Da... hätte... nichts sein dürfen...“ dachte sie verzweifelt. Doch dann bäumte sich die Silhouette vor ihr auf und stieß den bestialischen Schrei aus, den sie auch schon zuvor gehört hatte. So langsam, wie sie vor der Gestalt geflohen war, kam es nun auf sie zu, wobei sie die endlose Gier seines Blicks auf ihrer nackten Haut spüren konnte. Sie drückte sich nach hinten gegen das Hindernis, das sie vorher nicht gesehen hatte. Doch plötzlich spürte sie, dass es sich bewegte und Wärme abgab. Resignierend schloss sie die Augen, versuchte ein verzweifeltes Schluchzen zu unterdrücken. „Ich bin dem Feind in die Arme gelaufen und werde sterben...“ dachte sie hilflos, wobei sie einer plötzlichen Ruhe ergriffen wurde, die ihren Geist von Angst befreite. „Warum hasst du mich Gott? Hättest du mich ich nicht noch einmal wiedersehen lassen können, bevor du mich zu dir holst?“ fragte sich sich im Stillen und Tränen liefen ihr unaufhaltsam die Wangen herunter.
Doch dann wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als sie von hinten umarmt wurde. Erstaunt öffnete sie die Augen und entdeckte zwei vernarbte Arme, die sie sanft umschlossen hielten. Der Unbekannte zog sie an sich, sie konnte deutlich das ruhige Pochen seines Herzens an ihrem Rücken spüren, seinen gleichmäßigen Atem hören und fühlen und den Geruch seines Schweißes riechen. Er beugte seinen Kopf zu ihr herunter und flüsterte ihr mit einer markanten und eindringlichen Männerstimme ins Ohr: „Präge dir meine Worte gut ein. Fliehe, wenn du kannst. Verschwinde aus der Stadt und bring dich in Sicherheit. Wenn du aber bleibst, dann fürchte dich zu träumen. Für Leute wie dich und mich gibt es hier nur einen einzigen Traum. Und dieser ist ein Alptraum, der jeden mit eisernen Klauen festhält und langsam die letzten Tropfen ihrer Menschlichkeit aus ihnen herauspresst.“
Sobald er verstummte, löste er seine Umarmung. Sie wollte sich umdrehen, um sein Gesicht zu sehen, doch zuvor durchzuckte ein höllischer Schmerz ihren Hinterkopf und sie fiel benebelt zu Boden. Sie zwang sich bei Bewusstsein zu bleiben und öffnete unter größter Anstrengung die Augen. Ihr Blickfeld war verschwommen und eingeschränkt. Sie konnte nur seine Füße, die in abgelaufenen Turnschuhen steckten, erkennen und dass er direkt auf die schwarze Silhouette zuging. Sie versuchte sich aufzurichten, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht und kurz darauf verzerrte sich die Welt vor ihren Augen. Ihr Geist wurde von einem dicken Nebel eingehüllt, die Augen fielen ihr zu und nach einem letzten, aussichtslosen Kampf verlor sie ihr Bewusstsein.