Autor Thema: Blutsritual - Wenn das Leben den Tod liebt  (Gelesen 113 mal)

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Offline Saga

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Blutsritual - Wenn das Leben den Tod liebt
« am: Juli 18, 2011, 07:52:39 Nachmittag »
Okay... Ich weiß noch nicht genau, in welche Richtung sich das hier entwickeln wird. Auch, wenn mir heute im "Unterricht" eine Idee kam :). Das, was ich eigentlich wissen möchte ist, ob die Sichtwechsel so in Ordnung sind, oder ob es vielleicht zu wirr oder chaotisch wirkt. Sagt mir bitte eure ehrliche Meinung, das würde mir sehr helfen.
Danke im Voraus :)

http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/blutsritual-wenn-das-leben-den-tod-liebt-600/
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Er wusste schon lange nicht mehr, wie viele Stunden er bereits hinter diesem Baum verbracht hatte. Daher störte es ihn schon lange nicht mehr, dass es wie aus Eimern goss. Er war ohnehin bis auf die Unterwäsche durchnässt und würde sich eine Erkältung, wenn nicht sogar etwas Schlimmeres einfangen. Doch das war ihm egal! Alles, was er wollte, war einen Blick auf sie zu erhaschen. Vielleicht ein bisschen mir ihr zu plaudern, falls sie das Haus verlassen würde. Es hatten sich so viele Gefühle in ihm aufgestaut und er suchte verzweifelt nach einem Ventil, an dem er sie auslassen konnte.

Angst keimte in mir auf und mein Magen krampfte sich zusammen während ich mich seitlich hinter den breiten Vorhang stellte und aus dem Fenster schaute. Der seltsame Typ stand nun schon zwei Stunden auf der anderen Straßenseite und starrte ins Wohnzimmer hinein. Jedenfalls hatte ich ihn vor zwei Stunden bemerkt. Wer wusste, ob er dort nicht schon länger stand. Ich kam mir vor, wie in einem billigen Horrorfilm. Der Typ würde bestimmt genau vor der Fensterscheibe auftauchen, wenn ich ihn aus den Augen ließ.
„Mensch, Kath. Mach dich doch nicht selbst verrückt.“, versuchte ich mich zu beruhigen. Gut, ich war zwar allein zu Hause, da meine Eltern ihren zehnten Hochzeitstag mit einem verlängerten Wochenende in Venedig feierten. Aber das hatte absolut nichts zu bedeuten.
Trotzdem griff ich nach dem schnurlosen Telefon, das auf der Ablage links neben dem Fenster lag und wählte die Festnetznummer meines Freundes Josh. Gott sei Dank ging dieser bereits nach dem zweiten Freizeichen ran.
„Josh Baker, mit wem spreche ich?“ Joshs Stimme beruhigte mich ungemein und nachdem ich ein Mal tief durchgeatmet hatte, begrüßte ich ihn.
„Hey Schatz, sag mal, hast du heute Abend schon was vor?“
„Was?“, ein Lachen entfuhr ihm, „Na, das nenne ich doch mal eine nette Begrüßung. Wie komme ich denn zu dieser Ehre?“
„Ach, vielleicht möchte ich dich einfach sehen? Wir könnten uns einen schönen Abend machen.“ Auch ich musste Lächeln und vergaß für einen Moment den seltsamen Typen vor dem Haus.
„Gib mir eine halbe Stunde, okay? Dann bin ich da.“
Mit einem gepressten „In Ordnung.“ legte ich auf und mir wurde schlagartig bewusst, wie still es in diesem riesen Haus doch war. Ich warf noch einen letzten Blick aus dem Fenster, stellte fest, dass der seltsame Typ immer noch im strömenden Regen stand und ging dann auf die Stereoanlage zu, die neben der Wohnzimmertür stand. Ich sollte mich irgendwie ablenken, egal durch was.
Von mir aus hätte ich in diesem Moment auch einen Berg von Hausaufgaben erledigt, hätte es einen gegeben. Wir standen kurz vor den großen Sommerferien, da wurde in der Schule ohnehin nicht mehr viel besprochen. Da Schulaufgaben also offensichtlich ausschieden, begann ich damit, die untere Etage von der Decke bis zum Fußboden sauber zu machen.


Das schrille Piepen seines Handys riss ihn jäh aus seiner Starre und erst durch die plötzliche Bewegung realisierte er, dass sein Körper komplett unterkühlt war. .
„Was willst du?“, bellte er unwirsch in den Hörer hinein. Dabei war es weniger die Wut, dass er gestört wurde, als mehr die Wut auf sich selbst, dass er stundenlang für nichts und wieder nichts im Regen zugebracht hatte.
„Nathan, was ist denn mit dir los?“ Es war Cara, die sich am anderen Ende der Leitung meldete. „Ich wollte bloß fragen, wo du dich herumtreibst. Ich warte schon Ewigkeiten mit dem Essen auf dich.“
„Ja, ja. Ich mache mich ja schon auf den Weg.“ Ohne ein weiteres Wort legte er auf und schüttelte entnervt den Kopf. Warum hatten große Schwestern immer die Angewohnheit, einem zu den unpassendsten Momenten auf den Zeiger zu gehen?     
« Letzte Änderung: Juli 18, 2011, 10:10:09 Nachmittag von Saga »
Man merkt erst, wie wertvoll etwas ist, wenn man es nicht mehr besitzt.

 

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