Autor Thema: Neugierig [in Arbeit]  (Gelesen 253 mal)

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Offline Grace de Dalache

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Neugierig [in Arbeit]
« am: Oktober 13, 2010, 02:18:36 Vormittag »
http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/neugierig-387/ 
 
 

   
Ich habe echt keine Ahnung, wo ich das reinstellen soll und machs jetzt einfach mal hier.
Ich habe darüber nachgedacht, wie das Leben nach dem Tod wohl sein könnte. Ob es überhaupt ein Leben nach dem Tod gibt. Ob es vielleicht einen Menschen geben könnte, der so neugierig darauf ist, was danach kommt, dass er Selbstmord begehen würde. Schließlich gelten wir generell als sehr neugierig. (Das hab ich mal irgendwo gehört und kann es bei mir nur bestätigen :D )
 
Also hier geht es halt um das Leben nach dem Tod. (Life after Death. Woher kenn ich das bloß...)
Die Hauptperson ist die 15jährige Hannah Borland. Sie ist vor ein paar Jahren von Oxford nach Hamburg gezogen. Sprachlich gab es keine Probleme, da sie zweisprachig aufgewachsen ist. (Mutter aus Deutschland, Vater auf England) Sie lebt jetzt allein mit ihrem 12jährigen Bruder Simon und ihrer Mutter, weil der Vater mit einer anderen durchgebrannt ist.
 
 

  Die 10 Gebote. Meiner Meinung nach, ein ziemlich langweiliges Thema. Wer interessiert sich bitte für Ehebruch? Was soll uns das Gebot „Du sollst nicht falsches Zeugnis reden“ sagen? Wer hat denn bitte noch nie gelogen? Wer hat noch nie eine Ausrede für vergessene Hausaufgaben erfunden? Soweit ich weiß keiner. Nur ein Gebot war für mich interessant. Ein Gebot, das mein Leben nicht nur verändern, sondern auch beenden sollte. Das 5. Gebot – Du sollst nicht töten. Wir haben in dieser Konfi-Stunde nicht nur übers töten, sondern auch über das Leben nach dem Tod gesprochen. Über Mord, Totschlag und Selbstmord. Die Leute aus meiner Konfi-Gruppe haben diese Selbstmörder als psychisch gestört oder ähnliches abgestempelt. *Warum?*, hab ich mich gefragt. *Warum haltet ihr diese Menschen für krank? Ich würde auch gerne wissen wie das Leben danach wirklich aussieht.* So versickerte ich für den Rest der Stunde in meinen Fantasien und erschrak, als mich David anstieß und mir mitteilte, dass wir nach Hause konnten. Gemeinsam gingen wir zu den Fahrradständern. „Wie stellst du dir das Leben nach dem Tod vor?“, fragte ich ihn, während er sein Fahrradschloss aufschloss. Er sah auf. „Hmm, gute Frage.“, sagte er und legte seinen Rucksack in den Fahrradkorb. „Also ich glaube, dass danach einfach nichts ist. Dass es einfach die Erlösung von Leid, und unerträglichen Gedanken ist. Ein schwarzes, dunkles Nichts.“ Er grinste mich an und wir fuhren los. „Was denkst du denn?“, fragte er und trat kräftig in die Pedale.
*Soll ich ihm von meiner Fantasie erzählen? Ist das wirklich eine gute Idee? Ach, was solls. Sonst reden wir auch immer über alles.*
„Naja“, begann ich dann zögernd. „Also ich glaube schon, dass es danach ein Leben gibt. Ich stell mir das so vor: Man schreitet durch ein großes, goldenes Tor. Man wird von einem Engel begrüßt und bekommt Flügel verpasst. Alles ist perfekt, alles purer Luxus und-“ „Hannah?“, unterbrach David mich. „Ist das nicht ein bisschen zu kitschig?“ Wir hielten an einer Ampelkreuzung. „Hey, das war doch nur ein Spaß!“, sagte ich lachend und fuhr los, als die Ampel auf Grün schaltete. „Aber mal im Ernst. Ich denke schon, dass es nach dem Tod noch ein Leben gibt. Vielleicht ein Leben auf einem anderen Planeten? Ich weiß es nicht, aber ich würde es gerne herausfinden.“ „Ja, schade, dass man nicht weiß, was danach passiert. Wenn die Welt dort heil wäre, vorausgesetzt sie würde eine existieren. Nicht so wie unsere hier. Verpestet, viel zu heiß, Umweltkatastrophen und noch mehr.“ Wir kamen zur Einfahrt von Davids Haus und verabschiedeten uns. „Wir können ja morgen auf dem Schulweg weiter reden.“, rief er mir noch nach, während ich weiter zu unserer Wohnung fuhr.
*Vielleicht ist jedes Leben ein Level von einem Spiel, die wir spielen müssen. Nach dem Tod kommt ein neuer Level. Ich werde zu Hause mal das Internet durchforsten.*
Ich stand vor der Wohnungstür und durchsuchte meine Tasche nach dem Schlüssel. „Na super. Simon ist auch nicht zu Hause und Mom arbeitet noch.“, murmelte ich vor mich hin und entdeckte den Wohnungsschlüssel dann schließlich nach einer Weile in meiner Handytasche. Ich schloss die Tür auf, ging in mein Zimmer und setzte mich dann mit meinem Laptop auf mein Bett.
*Mal sehen, was die da so haben*
Ich gab „Das Leben nach dem Tod“ bei Google ein und klickte nacheinander auf die einzelnen Suchergebnisse, entdeckte aber nur religiöse Informationen oder irgendwelche Esoterik-Sites. *Mist*, dachte ich. *Wäre cool, wenn ich ein Forum darüber gefunden hätte, wo alle ihre Vorstellungen rein geschrieben hätten. Ich würde doch so gerne wissen, was nach dem Tod kommt. Warum sitzt man denn hier in der Welt fest, wenn es eine viel schönere geben könnte? Ich würde mich sofort umbringen, würde sofort Selbstmord begehen. Selbstmord! Das machen doch Menschen, die ein anderes Leben wollen. Ein Leben nach dem Tod, oder halt auch keins. Je nachdem, an was der Suizidgefährdete glaubte.* Ich tippte Selbstmord in die Suchmaschine ein und klickte auf die Wikipedia Seite, die angezeigt wurde. Alles Quark. Ich ging also wieder ein paar Seiten zurück zu den Ergebnissen und klickte auf eine weitere Seite. Es ging hauptsächlich um Selbstmord, aber auch um das Leben nach dem Tod. Dieser Mann glaubte nicht daran und hatte schon ein paarmal versucht sich umzubringen. Ich las also gebannt weiter und war schockiert, was dieser Mensch da verfasste. Gleichzeitig war ich aber auch fasziniert und hatte großen Respekt vor dieser Person. Nachdem ich ein paar der Texte gelesen hatte, sah ich auf meine PC Uhr und erschrak, wie viel Zeit vergangen war. In einer Viertelstunde kam meine Mom nach Hause und ich sollte noch den Tisch decken. Ich speicherte die Website also unter meinen persönlichen Favoriten, schloss alle Taps und Fenster und schaltete den Laptop erst mal auf Standby. Dann ging ich in die Küche und deckte schnell den Esstisch mit Tellern, Besteck und Bechern. Dann noch schnell die Getränke auf den Tisch und zum Schluss konnte ich sogar noch den Geschirrspüler ausräumen. Da wurde auch schon ein Schlüssel im Türschloss umgedreht und meine Mom kam in die Küche, begleitet von meinem kleinen Bruder und dem leckeren Geruch von Hühnchen.
« Letzte Änderung: Oktober 13, 2010, 12:25:20 Nachmittag von Grace de Dalache »
"Kunst ist nicht was man sieht, sondern was man andere sehen lässt." - Edgar Degas

 

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