Autor Thema: Sucht  (Gelesen 256 mal)

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Offline LordLei´Cill

  • Akolyth des Stifts
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Sucht
« am: Dezember 24, 2010, 11:34:31 Nachmittag »
wenn jemand eine ahnung hat in welche Rubrik mein Text hier gehört, sagt bitte Bescheid, denn ich selbst komme nicht drauf ;P
viel spaß beim lesen und danke.


http://www.weg-des-stifts.de/smf/der-diskussionthread/sucht-454/


„Irgendwie ist unsere Beziehung anormal…“, sagte ich in die stille Nacht hinein und streichelte meinen jahrelangen Freund. Wir mochten uns. Das konnte ich schon mal sagen. Wir hatten Höhen und Tiefen. Er fing einmal einen Virus und ich wusste nicht was ich machen sollte, denn mein Freund schien vollkommen verloren zu sein. Doch er hatte Glück. Einer meiner Freunde kannte sich mit so etwas aus und kurierte ihn ganz schnell.
„Meine Eltern sind gegen unsere Beziehung.“, murmelte  ich und wandte den Blick zum Fenster. Ich nannte ihn lieberweise TOSHI. Er war ein ganz toller und ich brauchte mich für ihn nicht zu schämen, wenn ich ihn mal in die Klasse mitnahm. Er konnte ohne Probleme mit anderen mithalten.
Ich seufzte leise. Ein kleiner Stern blitzte auf. Ein weiteres Mal. Dann flackerte er langsam Millimeter für Millimeter davon. Ich verengte die Augen. Ein Flugzeug.
„TOSHI…Ich weiß nicht recht.“, ich streichelte wieder über ihn. Schließlich tippte ich ihn an und summte etwas vor mich hin, als er ein Lied abspielte.
 „Mein Lieblingslied.“, sagte ich zu ihm. 
Er antwortete nie. War stumm und vielleicht sogar taub. Ich liebte ihn trotzdem auch wenn meine Eltern gegen uns waren. Ich schüttelte vergeblich den Kopf und drückte auch seinen runter. Ich merkte, dass meine Mutter in meine Richtung kam.
„Lisa. Es ist spät! Geh bitte schlafen!“, rief meine Mutter durch die geschlossene Tür in mein Zimmer. Sie sah noch das Licht brennen.
Ich hob TOSHIS Kopf und blickte auf den flackernden Bildschirm. Das Licht stabilisierte sich schließlich wieder. Ich klickte ein bisschen herum und folgte dem Mauszeiger. Erwartete ihn schon auf der nächsten Schaltfläche.
„Bis Morgen!“, flüsterte ich noch, schloss meinen Laptop und schob ihn zurück auf meinen Nachttisch. Er surrte noch, heizte ein letztes Mal auf, bevor alle Programme runter gefahren waren und er getrost das Licht ausmachte. Ich legte mich hin und zog die Decke über meinen Kopf. „Ich wäre lieber noch eine Weile lang online gewesen…“, murrte ich.
Es war eine anormale Beziehung und ich wusste es.
« Letzte Änderung: Dezember 25, 2010, 12:35:10 Nachmittag von LordLei´Cill »
~die trügerische Anmut der Finsternis oder die scheinende Schwäche des Lichtes...Wähle deine Waffe weise...~

 

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